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Ein neuer Deutschlehrer - balli balli

Damit man mal sieht, wie der Koreaner manchmal so drauf ist, noch eine Anekdote von gestern: Die Schule in Taejon, an der ich unterrichte, sucht schon seit einiger Zeit einen deutschen Muttersprachler als festangestellten Deutschlehrer. Bisher fehlte immer das Geld, aber drei Tage vor meinem Flug kam die Nachricht, dass die Unterrichtsbehörde jetzt endlich grünes Licht gegeben hat. Heute hat nun ein Deutschlehrer aus Taejon angerufen und mich gefragt, ob ich seine Mail bekommen und jemanden gefunden hätte. Ich meinte dann, dass ich mit ein, zwei Leuten gesprochen hätte, die sich das vorstellen könnten, aber noch genauere Informationen brauchen (in der Mail stand nämlich nur, dass die Stelle jetzt genehmigt ist - also nichts von Gehalt, Stundenzahl, Rahmenbedingungen usw.) und dass wir ja am Mittwoch, wenn ich wieder in der Schule bin, das mal genauer besprechen und ein Stellenprofil erstellen könnten. Kurzes Schweigen am Ende der Leitung - und dann kam der Satz: "Ja, könnten die denn nächste Woche schon anfangen?" Ich dachte, ich steh im Wald. Immer, wirklich immer, wenn wir in der Vergangenheit über dieses Thema gesprochen hatten, war davon die Rede, dass der neue Deutschlehrer am Anfang des Schuljahrs (also im März) kommen sollte. Darüber, dass es selbst dann, wenn jemand bereit wäre, in Deutschland alles stehen und liegen zu lassen und ohne Informationen nach Korea zu fliegen, Monate dauern würde, bis der alle erforderlichen Unterlagen für ein Visum beisammen hätte (und man daher entspechende Mails tunlichst nicht erst drei Tage vor Schulbeginn verschicken sollte), hat scheinbar niemand nachgedacht, und jetzt gibt‘s lange Gesichter. Echt - in manchen Dingen sind die hier superprofessionell, und dann bringen sie sowas; Monate verstreichen lassen und dann in den letzten fünf Minuten huschhusch - oder balli-balli, wie das hier heißt...

28.8.07 05:46, kommentieren

Ein neuer Deutschlehrer 2

An der Schule in Taejon wurde heute nochmal ausführlich das Thema "der neue Deutschlehrer" verhandelt. Mittlerweile hat man dort selbst einen Bewerber aufgetan. Der stünde auch sofort zur Verfügung, aber man wollte wohl abwarten, was ich so finde, und wahrscheinlich ist irgendwem dann auch eingefallen, dass der neue Lehrer mich ja ersetzen soll, mein Vertrag dort aber noch bis Ende Februar läuft. Nach langem hin und he haben wir uns am Ende daruf geeinigt, dass wir die Stelle nun doch ganz offiziell ausschreiben - zu Beginn des neuen Schuljahres (März 2008). Damit wäre mein Nebenjob wenigstens noch für ein halbes Jahr gesichert.

29.8.07 05:51, kommentieren

Warmes Bier

Mein Kühlschrank ist kaputt. Brummt was das Zeug hält, aber kühlt nicht :-(
Heute habe ich mich bei der Assistentin ausgeweint, und die Sache wäre auch gleich in Angriff genomen worden, wenn ich den Hersteller gewusst hätte. So musste ich erst nochmal nach Hause und nachsehen, wer dafür verantwortlich ist, dass mein Bier warm ist (Samsung).
Am Samstag kommt wer und reapriert das Ding (hoffentlich - sonst muss ich losziehen und einen neuen kaufen. Lohnt sich eigentlich nicht wirklich, weil ich außer Bier und O-Saft wenig drin habe (Mann halt...), aber das muss eben wirklich kalt sein, und bis zum Herbst warten, wenn es theoretisch auch auf dem Balkon kalt genug ist, kann ich nicht. Dabei wollte ich doch eigentlich mein Geld für einen DVD-Player und ein Sofa ausgeben. Bis jetzt habe ich nämlich nur einen Sessel von Vormieter in der Wohnung stehen, aber der ist hässlich (der Sessel, nicht der Vormieter), und wenn ich hier tatsächlich mal Besuch bekommen sollte, wäre ein Schlafsofa schon nicht schlecht.

29.8.07 06:01, kommentieren

"Lautlos" in Taejon

Gestern abend habe ich das erste Mal im Fitnessstudion nicht nur im warmen Wasser gelegen, sondern bin - mens sana in corpore sano - heldenhaft meine 5 km gejoggt; vor einem Fernseher, auf dem "Kevin allein in New York" lief, allerdings ohne Ton und verschwommen (ich jogge ohne Brille...). Ging locker flockig und ohne allzu sehr außer Atem zu kommen, und ich habe mir schon selbst auf die Schulter geklopft, aber heute habe ich einen Muskelkater, der sich gewaschen hat.

Zum Glück war heute der Unterricht kein Problem. Ich musste zwei Stunden meiner Kollegin mit übernehmen, und weil die erst am Wochenende nach Korea kommt und ich nicht ohne sie anfangen wollte (wir unterrichten die Klassen zusammen in zwei Gruppen, müssen uns also immer absprechen, was wir machen wollen bzw. schon gemacht haben), habe ich einen Filmtag gemacht: Drei Klassen, drei Doppelstunden = dreimal Kino. Leider immer derselbe Film: "Lautlos", ein deutscher Thriller mit Joachim Krol. Ist gar nicht so einfach, in dem Bereich was zu finden, das a) koreanische Untertitel hat, b) nicht zu lang und c) für Teenies interessant ist. Aber den Schülern hat's gefallen (oder auch einfach die Tatsache, dass sie mal zwei Stunden lang nicht wirklich aufpassen müssen), und ich konnte in der Zeit Texte für meine Kollegen hier korrigieren und nebenbei Dorothy Sayers lesen. Nächste Woche ist das schöne Leben dann aber definitv vorbei und die "richtige" Arbeit fängt an.

31.8.07 05:52, kommentieren