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Uni-Sportfest

Das Ereingis der Woche: Das Uni-Sportfest. Dieses Mal habe ich gar nicht erst versucht, Fotos zu machen, weil bewegte Motive mit dem Ding erfahrungsgemäß nichts werden. Eine Studentin von mir hat aber mit einer "richtigen" Kamera fotografiert, und ich habe sie gebeten, mir eine CD mit ein paar guten Bildern zu machen, die ich dann online stellen kann. Das ganze war wie immer als fakultätsinterner Wettkampf zwischen den einzelnen Fächern organisiert, mit Klassikern wie Fußball, Volleyball und Basketball, Exotischem wie Tauziehen, und koreanischen Spezialitäten wie "Palyagu" - Fußball nach Baseballregeln (komischerweise ein reiner Frauensport), Fußball nach Tennisregeln (Name vergessen) und noch einigen anderen schwer zu beschreibenden Sachen - ich hoffe die Fotos werden was. Die deutsche Abteilung hat mal wieder alles verloren, was es zu verlieren gab, aber immerhin: Der Unterricht während dieser Zeit fiel aus, weil die Studenten entweder aktiv waren, oder ganz ganz dringend zum Anfeuern gebraucht wurden. Auf diese Weise konnte ich den Stapel Agatha Christie lesen, den ich mir am Wochenende aus Seoul mitgebracht hatte, und gerade als Miss Marple dabei war, den Mörder in "A Caribbean Affair" zu entlarven, wurde ich von einem Koreaner - auf Deutsch! - angesprochen, der im "Park" vor unserem Gebäude mit seinem Sohn Basketball spielte. Meine Einkaufstasche von Plus ("Hier sind die kleinen Preise drin"), in der ich manchmal irgendwelchen Kruscht spazieren trage, war ihm aufgefallen. Es stellte sich raus, dass er lange in Deutschland gelebt hat (der Sohn ist dort geboren und spricht besser Deutsch als Koreanisch) und jetzt hier an der Uni als Professor für Stadtplanung arbeitet. Demnächst wollen wir mal essen gehen. Für was so eine Einkaufstasche alles gut ist. in Taejon ist mir dasselbe schon mal passiert, und damals wars sogar jemand der auch schon mal in Bayreuth war und die Fränkische Schweiz kannte. Der war auch jahrelang in Deutschland, ist rumgereist ohne Ende, und als ich ihn gefragt habe, was denn so das schönste/beeindruckenste Erlebnis gewesen sei, meinte er: "Die Sommerrodelbahn in Pottenstein". What the f**k is Neuschwanstein? Fast so, wie die Gaststudenten, die letztes Jahr in Bayreuth waren - denen hat auch der Röhrensee am besten gefallen.

3.5.07 10:34, kommentieren

Gebratene Heuschrecken

Heute war ich mit einer Kollegin in einem Büffetrestaurant (heißt übrigens kurioserweise Mathias - also das Restaurant jetzt, nicht die Kollegin...) zu all you can eat, und da gab es unter anderem a) Meerschnecken in Ingwersoße und b) gegrillte Heuschrecken. Hab ich da zum ersten Mal probiert und muss sagen: gar nicht schlecht, eigentlich sogar ziemlich gut. Schön knusprig und salzig, nur die Beine waren etwas hart. Fehlte nur die Pfefferminzsoße :-)

4.5.07 10:35, kommentieren

Die Internet-Krieger Südkoreas

Tagesschau.de

Sie nennen sich "Maestro" oder "Emperor" oder "Savior", sie sind in ihrer Heimat populär wie Popstars. Sie trainieren sechs Tage die Woche, teilweise bis vier Uhr morgens und sie verdienen mit knapp über 20 Jahren viel Geld - mit professionellen Computerspielen.

Die ganze Meldung

1 Kommentar 6.5.07 10:42, kommentieren

Mein neues T-Shirt

Da das Sportfest so eine Art inneruniversitärer Olympiade ist, hat natürlich jede Fakultät ihr eigenes Trikot. Das macht nicht nur die Tribünen schön bunt – manche T-Shirts hätte man auch selbst gern. Abgesehen vom dem der Germanistik (schwarz, stilisierter Adler im Kreis mit “Germanistik”-Schriftzug vorn, schwarz-rot-goldene Fahne hinten) hatten es mit vor allem die der Historiker und der BWLer angetan. Erstere waren dunkelblau und hatten ein Bild der Krone von König Muryong (dessen Grab hier in Kongju in den 70er Jahren ein archäologischer Sensationsfund war), letztere hellgrün mit einer langen Aufschrift in Hangul, dem koreanischen Alphabet (sieht man hier so gut wie nie, weil wieder mal das Gras auf der anderen Seite grüner ist und die koreanischen T-Shirt-Käufer andere Sprachen – v.a. Englisch - für cooler halten). Das Historiker-Trikot gab’s nicht mehr, da hat man mir eins für nächstes Jahr versprochen, aber die BWLer haben eins rausgerückt, nachdem ich dem zuständigen Lehrstuhl-HiWi einen Kaffee ausgegeben hatte. Nun wollte ich natürlich auch wissen, was auf dem T-Shirt steht, denn um rauszufinden, dass es nicht “Kongju National University – Department of Economics” heißt, reichen meine Koreanisch-Kenntnisse gerade noch. Daraufhin wurde erstmal eifrig diskutiert, gekichert, in Handys getippt (die hier alle elektronische Englisch-Wörterbücher enthalten) und schließlich eine Übersetzung gebastelt, die mir ein Student mit besseren Englischkenntnissen ein paar Tage später so zurechtgefeilt hat, dass sie auch Sinn machte. Demnach steht auf meinem T-Shirt sinngemäß: “Vorsicht, reizbarer BWL-Student! Wer mir dumm kommt, fängt eine!”

8.5.07 10:01, kommentieren

T-Shirt, die 2.

Ich habe ja schon erzählt, dass Koreaner ihre eigene Sprache auf T-Shirts eher uncool finden und da lieber auf vermeintlich schickere Sprachen zurückgreifen. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala steht natürlich Englisch, aber auch Deutsch sieht man ab und zu. Nun sind das meistens nur einzelne Worte, die willkürlich aneinandergereiht sind und keinen Sinn ergeben (vermutlich schlägt jemand blind ein Wörterbuch auf und nimmt das erste Wort, das ihm vor die Augen kommt), aber richtig rätselhaft wird es erst dann, wenn sich wirklich einmal so etwas wie eine Bedeutung ausmachen lässt. So habe ich nun schon mehr als einmal ein T-Shirt gesehen – Telekommagentarot mit freenetgiftgrünem Aufdruck – das einen stilisierten Hahn zeigt und die Aufschrift trägt: “Hühnersuppe – diese Brühe ist von guter Qualität!” Wie wunderbar! Wenn mir das mal in einem Geschäft begegnet, statt mir wie bisher immer nur auf der Straße über den Weg zu laufen, kauf ich’s sofort...

9.5.07 10:02, kommentieren