Deutschbuch des Grauens

Deutschbuch
Das Standard-Lehrwerk “Grammatik der deutschen Sprache” ist seit jeher bei koreanischen Germanistikstudenten gefürchtet – und seit heute auch von mir. Eine Studentin kam in mein Büro und meinte, sie verstehe da zwei Beispielsätze nicht und ob es einen Unterschied gebe zwischen “Ich werde das Buch haben lesen können.” und “Ich werde das Buch lesen gekonnt haben.”? Ich: “Nein, gibt keinen – ist beides kein Deutsch.” Ok – man kann sicher auf dem grammatikalischen Reißbrett solche Blüten konstruieren, aber wer sowas in der Praxis sagt, darf sich nicht wundern, wenn seine Gesprächspartner sicherheitshalber ein Stückchen von ihm abrücken. Die Studentin war so erleichtert darüber, dass sie keinen Unterschied mehr verstehen muss, dass sie mir gleich noch ein paar solcher pièces de résistance gezeigt hat, mit denen das Buch Germanistikstudenten die deutsche Grtammatik erklären will:
“Die Witwe will ein solches kaufen, das das Fräulein immer am Hals getragen hat.”
“Unsere Tante arbeitet täglich, aber sie ist faul mehr als fleißig.”
Und mein absoluter Favorit: “Das Kamel trinkt minder Wasser als der Walfisch.”
Was soll ich sagen – es wurde dann noch eine ziemlich unterhaltsame Lektüre, denn als ich beim Durchblättern fast auf jeder Seite solche Kaliber entdeckte, hat man mich gebeten, dieses Standardwerk, dass seit Anfang der 60er Jahre praktisch unverändert immer wieder neu aufgelegt wird, mal Korrektur zu lesen.

10.5.07 10:03, kommentieren

Mein neues T-Shirt

Da das Sportfest so eine Art inneruniversitärer Olympiade ist, hat natürlich jede Fakultät ihr eigenes Trikot. Das macht nicht nur die Tribünen schön bunt – manche T-Shirts hätte man auch selbst gern. Abgesehen vom dem der Germanistik (schwarz, stilisierter Adler im Kreis mit “Germanistik”-Schriftzug vorn, schwarz-rot-goldene Fahne hinten) hatten es mit vor allem die der Historiker und der BWLer angetan. Erstere waren dunkelblau und hatten ein Bild der Krone von König Muryong (dessen Grab hier in Kongju in den 70er Jahren ein archäologischer Sensationsfund war), letztere hellgrün mit einer langen Aufschrift in Hangul, dem koreanischen Alphabet (sieht man hier so gut wie nie, weil wieder mal das Gras auf der anderen Seite grüner ist und die koreanischen T-Shirt-Käufer andere Sprachen – v.a. Englisch - für cooler halten). Das Historiker-Trikot gab’s nicht mehr, da hat man mir eins für nächstes Jahr versprochen, aber die BWLer haben eins rausgerückt, nachdem ich dem zuständigen Lehrstuhl-HiWi einen Kaffee ausgegeben hatte. Nun wollte ich natürlich auch wissen, was auf dem T-Shirt steht, denn um rauszufinden, dass es nicht “Kongju National University – Department of Economics” heißt, reichen meine Koreanisch-Kenntnisse gerade noch. Daraufhin wurde erstmal eifrig diskutiert, gekichert, in Handys getippt (die hier alle elektronische Englisch-Wörterbücher enthalten) und schließlich eine Übersetzung gebastelt, die mir ein Student mit besseren Englischkenntnissen ein paar Tage später so zurechtgefeilt hat, dass sie auch Sinn machte. Demnach steht auf meinem T-Shirt sinngemäß: “Vorsicht, reizbarer BWL-Student! Wer mir dumm kommt, fängt eine!”

8.5.07 10:01, kommentieren

T-Shirt, die 2.

Ich habe ja schon erzählt, dass Koreaner ihre eigene Sprache auf T-Shirts eher uncool finden und da lieber auf vermeintlich schickere Sprachen zurückgreifen. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala steht natürlich Englisch, aber auch Deutsch sieht man ab und zu. Nun sind das meistens nur einzelne Worte, die willkürlich aneinandergereiht sind und keinen Sinn ergeben (vermutlich schlägt jemand blind ein Wörterbuch auf und nimmt das erste Wort, das ihm vor die Augen kommt), aber richtig rätselhaft wird es erst dann, wenn sich wirklich einmal so etwas wie eine Bedeutung ausmachen lässt. So habe ich nun schon mehr als einmal ein T-Shirt gesehen – Telekommagentarot mit freenetgiftgrünem Aufdruck – das einen stilisierten Hahn zeigt und die Aufschrift trägt: “Hühnersuppe – diese Brühe ist von guter Qualität!” Wie wunderbar! Wenn mir das mal in einem Geschäft begegnet, statt mir wie bisher immer nur auf der Straße über den Weg zu laufen, kauf ich’s sofort...

9.5.07 10:02, kommentieren

Die Internet-Krieger Südkoreas

Tagesschau.de

Sie nennen sich "Maestro" oder "Emperor" oder "Savior", sie sind in ihrer Heimat populär wie Popstars. Sie trainieren sechs Tage die Woche, teilweise bis vier Uhr morgens und sie verdienen mit knapp über 20 Jahren viel Geld - mit professionellen Computerspielen.

Die ganze Meldung

1 Kommentar 6.5.07 10:42, kommentieren

Gebratene Heuschrecken

Heute war ich mit einer Kollegin in einem Büffetrestaurant (heißt übrigens kurioserweise Mathias - also das Restaurant jetzt, nicht die Kollegin...) zu all you can eat, und da gab es unter anderem a) Meerschnecken in Ingwersoße und b) gegrillte Heuschrecken. Hab ich da zum ersten Mal probiert und muss sagen: gar nicht schlecht, eigentlich sogar ziemlich gut. Schön knusprig und salzig, nur die Beine waren etwas hart. Fehlte nur die Pfefferminzsoße :-)

4.5.07 10:35, kommentieren