"Lautlos" in Taejon

Gestern abend habe ich das erste Mal im Fitnessstudion nicht nur im warmen Wasser gelegen, sondern bin - mens sana in corpore sano - heldenhaft meine 5 km gejoggt; vor einem Fernseher, auf dem "Kevin allein in New York" lief, allerdings ohne Ton und verschwommen (ich jogge ohne Brille...). Ging locker flockig und ohne allzu sehr außer Atem zu kommen, und ich habe mir schon selbst auf die Schulter geklopft, aber heute habe ich einen Muskelkater, der sich gewaschen hat.

Zum Glück war heute der Unterricht kein Problem. Ich musste zwei Stunden meiner Kollegin mit übernehmen, und weil die erst am Wochenende nach Korea kommt und ich nicht ohne sie anfangen wollte (wir unterrichten die Klassen zusammen in zwei Gruppen, müssen uns also immer absprechen, was wir machen wollen bzw. schon gemacht haben), habe ich einen Filmtag gemacht: Drei Klassen, drei Doppelstunden = dreimal Kino. Leider immer derselbe Film: "Lautlos", ein deutscher Thriller mit Joachim Krol. Ist gar nicht so einfach, in dem Bereich was zu finden, das a) koreanische Untertitel hat, b) nicht zu lang und c) für Teenies interessant ist. Aber den Schülern hat's gefallen (oder auch einfach die Tatsache, dass sie mal zwei Stunden lang nicht wirklich aufpassen müssen), und ich konnte in der Zeit Texte für meine Kollegen hier korrigieren und nebenbei Dorothy Sayers lesen. Nächste Woche ist das schöne Leben dann aber definitv vorbei und die "richtige" Arbeit fängt an.

31.8.07 05:52, kommentieren

Warmes Bier

Mein Kühlschrank ist kaputt. Brummt was das Zeug hält, aber kühlt nicht :-(
Heute habe ich mich bei der Assistentin ausgeweint, und die Sache wäre auch gleich in Angriff genomen worden, wenn ich den Hersteller gewusst hätte. So musste ich erst nochmal nach Hause und nachsehen, wer dafür verantwortlich ist, dass mein Bier warm ist (Samsung).
Am Samstag kommt wer und reapriert das Ding (hoffentlich - sonst muss ich losziehen und einen neuen kaufen. Lohnt sich eigentlich nicht wirklich, weil ich außer Bier und O-Saft wenig drin habe (Mann halt...), aber das muss eben wirklich kalt sein, und bis zum Herbst warten, wenn es theoretisch auch auf dem Balkon kalt genug ist, kann ich nicht. Dabei wollte ich doch eigentlich mein Geld für einen DVD-Player und ein Sofa ausgeben. Bis jetzt habe ich nämlich nur einen Sessel von Vormieter in der Wohnung stehen, aber der ist hässlich (der Sessel, nicht der Vormieter), und wenn ich hier tatsächlich mal Besuch bekommen sollte, wäre ein Schlafsofa schon nicht schlecht.

29.8.07 06:01, kommentieren

Ein neuer Deutschlehrer 2

An der Schule in Taejon wurde heute nochmal ausführlich das Thema "der neue Deutschlehrer" verhandelt. Mittlerweile hat man dort selbst einen Bewerber aufgetan. Der stünde auch sofort zur Verfügung, aber man wollte wohl abwarten, was ich so finde, und wahrscheinlich ist irgendwem dann auch eingefallen, dass der neue Lehrer mich ja ersetzen soll, mein Vertrag dort aber noch bis Ende Februar läuft. Nach langem hin und he haben wir uns am Ende daruf geeinigt, dass wir die Stelle nun doch ganz offiziell ausschreiben - zu Beginn des neuen Schuljahres (März 2008). Damit wäre mein Nebenjob wenigstens noch für ein halbes Jahr gesichert.

29.8.07 05:51, kommentieren

Ein neuer Deutschlehrer - balli balli

Damit man mal sieht, wie der Koreaner manchmal so drauf ist, noch eine Anekdote von gestern: Die Schule in Taejon, an der ich unterrichte, sucht schon seit einiger Zeit einen deutschen Muttersprachler als festangestellten Deutschlehrer. Bisher fehlte immer das Geld, aber drei Tage vor meinem Flug kam die Nachricht, dass die Unterrichtsbehörde jetzt endlich grünes Licht gegeben hat. Heute hat nun ein Deutschlehrer aus Taejon angerufen und mich gefragt, ob ich seine Mail bekommen und jemanden gefunden hätte. Ich meinte dann, dass ich mit ein, zwei Leuten gesprochen hätte, die sich das vorstellen könnten, aber noch genauere Informationen brauchen (in der Mail stand nämlich nur, dass die Stelle jetzt genehmigt ist - also nichts von Gehalt, Stundenzahl, Rahmenbedingungen usw.) und dass wir ja am Mittwoch, wenn ich wieder in der Schule bin, das mal genauer besprechen und ein Stellenprofil erstellen könnten. Kurzes Schweigen am Ende der Leitung - und dann kam der Satz: "Ja, könnten die denn nächste Woche schon anfangen?" Ich dachte, ich steh im Wald. Immer, wirklich immer, wenn wir in der Vergangenheit über dieses Thema gesprochen hatten, war davon die Rede, dass der neue Deutschlehrer am Anfang des Schuljahrs (also im März) kommen sollte. Darüber, dass es selbst dann, wenn jemand bereit wäre, in Deutschland alles stehen und liegen zu lassen und ohne Informationen nach Korea zu fliegen, Monate dauern würde, bis der alle erforderlichen Unterlagen für ein Visum beisammen hätte (und man daher entspechende Mails tunlichst nicht erst drei Tage vor Schulbeginn verschicken sollte), hat scheinbar niemand nachgedacht, und jetzt gibt‘s lange Gesichter. Echt - in manchen Dingen sind die hier superprofessionell, und dann bringen sie sowas; Monate verstreichen lassen und dann in den letzten fünf Minuten huschhusch - oder balli-balli, wie das hier heißt...

28.8.07 05:46, kommentieren

Korea hat mich wieder

Korea hat mich wieder... Ich hab's schon oft gestoppt: Von meiner Haustür in der Hübschstraße bis zu meiner Wohnung hier dauert es inklusive aller Wartezeiten genau 24 Stunden, und dieses Mal war's sogar noch eine mehr. Ich war fix und fertig, der Briefkasten voller Rechnungen, an der Tür klebten böse Zettel meines Gasversorgers, weil ich nicht brav am 25. jedes Monats den Zählerstand eingetragen hatte, die saugnapfbewehrten Regale im Bad waren natürlich wieder von der Wand gefallen, und im Zimmer herrschte ein Klima wie im tropischen Regenwald. Es gibt hier in den Frühlings-/Sommermonaten in den Supermärkten Plastikschalen zu kaufen, die zur Hälfte mit irgendwelchen Kristallen gefüllt sind, die die Feuchtigkeit aus der Luft saugen; davon hatte ich mir vor den Ferien drei Stück gekauft und sie in meine Wohnung gestellt. Jetzt waren sie randvoll (jede fasst ca. einen halben Liter), die Luft stand im Zimmer, und Bettwäsche und Kleiderschrankinhalt waren klamm.

Eigentlich wollte ich mich ja erstmal ein bisschen hinlegen, aber bei den Temperaturen wäre das mich Schlafen ohnehin nichts geworden, und da habe ich dann eben ausgepackt, bin mit einer Tüte Bürokram an die Uni gefahren, habe dort bei der Assistentin die Sache mit den Rechnungen geregelt und dann die Klimaanlage genossen. Als ich mich dann wieder einigermaßen gefangen hatte, wollte ich den Tag bei einem Bier und einem Buch ausklingen lassen, aber da hat es zu regnen angefangen. Natürlich ist es nicht kühler geworden, sondern Kongju hat sich einfach noch ein bisschen mehr in eine Waschküche verwandelt - ich muss unbedingt noch solche Saugkristalle besorgen... Und was zu Essen... und einen Wecker mit großen Zahlen (meinen kann ich ohne Brille nicht mehr ablesen, und nein, dass hat diesmal nichts mit meinem Alter zu tun, sondern damit, dass er seit dem Umzug in die neue Wohnung nicht mehr am Bett steht) und zur Bank und und und....

27.9.07 05:38, kommentieren